„Wie gestalte ich einen Jahresrückblick?“

Lange hatten wir es als Tradition, in unserer Familie einen gemeinsamen Jahresrückblick  zu gestalten. Als unsere Töchter kleiner waren, haben wir es uns Silvester am Nachmittag vor unserem Kamin gemütlich gemacht.

Jahresrückblick mit der Familie

Eine großes Papier oder ein großes Stück Papier lag vor uns und jede/r hat aufgezeichnet, an was er sich im zurückliegenden Jahr erinnert.

Natürlich kamen unser Urlaube vor, wir alle verreisen gerne. Wie schön ist es, sich an diese gemeinsame Zeit zu erinnern. Wie viel Spaß hatten wir beim Baden im Meer, wie toll war der Ausblick nach dem schweren Aufstieg vom Berggipfel, was gab es für ein super leckeres Eis am Campingplatz,…

Noch viele andere positive Erinnerungen wurden wieder wach gerufen. Ein besonderer Geburtstag, ein Fest, Zeit mit Freunden, alles fand einen Platz auf unserer Collage.

Aber es gab auch manches nicht so schöne. Zu viel Streit untereinander, Trauer über den Tod der Oma …

Auch das war gut zu besprechen. Oder sich für Fehler zu entschuldigen und gemeinsam einen friedvollen Weg einzuschlagen.

Zum Abschluss konnte, wer wollte, für das vergangene Jahr beten, ein kurzes „Danke sagen“ für all die schönen Momente und das Durchtragen in dunklen Momenten und ein um Verzeihung bitten für die Fehler.

Jahresrückblick für mich alleine

Die letzten Jahre versuche ich, einen persönlichen Jahresrückblick, zu halten. Oft verbinde ich dies mit einer kurzen Auszeit am Meer. Zeit nur für mich, zum Nachdenken, Gedanken sortieren und zum Reflektieren des letzten Jahres

Ein Rückblick auf 2020 wird sicher anders ausfallen, als in den letzten Jahren, ein außergewöhnliches Jahr mit nicht gedachten Herausforderungen.

Aber eigentlich ist es in meinem Jahresrückblick gar nicht so anders, dieses Jahr 2020. Vielleicht hat die besondere Anspannung  leider meine Stacheln der Persönlichkeit deutliches gezeigt. So erlebe ich dies bei mir und bei vielen anderen Menschen. Die Krise ist ein Brennglas und zeigt die wunden Punkte.

Und so werde ich hinschauen und vielleicht auch so manche Stellen entdecken, wo ich Entwicklungspotential habe.

Wie war mein Jahr, wo lagen die Stärken und Schwächen in meinem Leben und in meiner Persönlichkeit.

Ein paar Fragen, die dir weiterhelfen können

Die letzten Jahre habe ich mich bei meinem Rückblick an Fragen, die von Kerstin Hack kommen, orientiert und sie als sehr hilfreich empfunden:

  1. Was in meinem Leben soll so bleiben wie es ist, weil es gut ist? Finde so viele Antworten wie möglich.
  2. Was müsste ich tun, um zu verhindern, dass mein Leben in eine positive Richtung geht?
  3. Welche Beziehungen will ich stärken? Wie?
  4. Welche Dinge, Menschen oder Aufgaben passen nicht mehr in mein jetziges Leben? Was möchte i loslassen?
  5. Was würde ich gern noch lernen – und wie?
  6. Wie möchte ich Ende des Jahres charakterlich sein? Was soll gestärkt werden?
  7. Was möchte ich bis 31. 12. 2021 bewirkt haben? (Welche Missstände belasten mich so sehr, dass ich etwas ändern möchte? Oder welche Potentiale reizen mich so sehr, dass ich sie nutzen will?)
  8. Was möchte ich 2021 zum ersten Mal tun oder erleben?
  9. Welche wohltuende Routine möchte ich 2021 einüben?
  10. Was müsste ich anders über mich, Gott oder die Welt glauben, damit mein Leben eine positive Veränderung erfährt?“

(abgerufen 08.10.20 https://down-to-earth.de/energie-lebensfreude/gutefragenzumjahreswechsel/)

Vielleicht hast du ja Lust, dich an diesen Frage zu wagen.

Ich notiere mir die Antworten in einem kleinen Heft und es ist nicht auf die Schnelle gemacht.

Manches ist einfach zu beantworten, manches braucht Zeit. Manchmal tut es weh, seine Schwachstellen zu sehen, manchmal kann man sich an positiven Entwicklungen freuen.

Für mich ist die letzte Frage dieses Jahr die besondere Herausforderung. Ich habe mir vorgenommen, loszulassen und mich im Vertrauen zu üben. Ein Punkt, bei dem ich großes Entwicklungspotential habe. Zum Glück gibt es Zeit – ich darf noch lernen.

Ich wünsche Dir gute Gedanken und Zeit bei deinem persönlichen Jahresrückblick.

Susanne Peitz

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