„Ich bin bei euch. Alles wird gut.“

In einem bewegenden Text erzählt Wilma Heller, wie sie und ihr Mann Sigfried Jesus in der Corona-Krise erlebt haben:

Eines unserer größten gemeinsamen Hobbys ist das Reisen. So brachen wir am 12. März 2020 nach Madeira auf. Wir wollten dem Alltagstrott und den sich zuspitzenden Nachrichten entfliehen.

Der erste Urlaubstag war noch sehr schön. Danach überschlugen sich die Ereignisse. Einreisestopp ab dem 13. März, veränderte Einkaufsbedingungen, Verkürzung der Restaurantöffnungszeiten waren die ersten Folgen. In unserem Hotel wurde es zunehmend leerer. Sechs Tage später waren wir nur noch vier Gäste. Das war schon irgendwie befremdlich, zumal wir inzwischen über eine Schließung des Hotels zum 21. März unterrichtet wurden. Die Flüge nach und von Portugals Flughäfen wurden nur noch auf das nötigste beschränkt. Am Mittwoch, unserem siebten Urlaubstag, tagte das Parlament von Portugal. Wir wurden gleich am selben Spätnachmittag im Hotel in Quarantäne genommen und mussten als Touristen den Mietwagen spätestens am nächsten Tag abgeben.

Unter diesen Umständen war kein Urlaub mehr möglich, da sich unser Hotel in den Bergen befand und nur zwei Mal am Tag ein Bus fuhr. Was nun???

Gebetskette in Gang gesetzt

Im Not-beten bin ich durch viele herausfordernde Situationen in meinem Leben (Wohnen auf einer Baustelle, Wasserschaden, Todesfälle, nahestehende Menschen auf der Intensivstation) vor zwei Jahren erprobt. Also baute ich auch diesmal wieder eine Gebetskette auf mit der Bitte, für unsere sichere Heimreise zu beten. Kurz zuvor hatten wir uns in das Heimkehrerprogramm von Condor eingetragen und auch unser Reisebüro über unsere Lage informiert. Wir wussten das am nächsten Tag ein Flieger nach Frankfurt gehen würde.

Wir sahen nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder den Mietwagen abgeben und ein neues Hotel in Flughafennähe suchen oder nach der Abgabe auf einen möglichen Heimflug hoffen. Wir entschlossen uns für die zweite Variante und teilten es auch dem Reisebüro mit.

Am Donnerstagmorgen verabschiedeten wir uns von den Mitarbeitern des Hotels und fuhren in Richtung Flughafen. Ich betete: „Herr, schenke uns noch zwei freie Plätze in dem Flieger. Ich will diesmal nicht um Fensterplätze beten, weil ich froh wäre, wenn wir heute noch nach Hause kämen. Es wäre schön, wenn wir Fensterplätze bekämen… aber das ist jetzt nicht das Wichtigste. Amen.“ Irgendwie war mir so, als ob Jesus sagte: „Ich bin bei Euch. Alles wird gut.“

Nachdem wir dann den Mietwagen am Flughafen zurückgaben, liefen wir zusammen mit etlichen Reisenden zielgerichtet auf den Eingang zu, der von Polizisten bewacht wurde. Am Check In-Schalter erfuhren wir, dass wir warten müssten, da es nicht sicher sei,ob es noch freie Plätze nach Frankfurt geben würde. Zwei stattdessen angebotene Flüge nach München zu je 300 € pro Person lehnten wir ab. Wir hofften immer noch, dass sich unser Reisebüro um eine Umbuchung kümmert.

Gott machte alles punktgenau 

Drei Stunden später erfuhren wir, dass tatsächlich noch zwei Plätze nach Frankfurt frei waren. Gott sei Dank! Wir mussten ein Last Minute-Ticket kaufen und sollten noch einmal Kontakt zum Reisebüro aufnehmen. Normalerweise würde dies durch die Warteschleife geraume Zeit in Anspruch nehmen. Wie durch ein Wunder kamen wir sofort durch. Es stellte sich heraus, dass sogar ein Mitarbeiter sich gerade um unseren Buchungsvorgang kümmerte. Er gab uns seine Zustimmung zum Kauf der Tickets und bat um einen Beleg dafür.

Gott machte alles punktgenau. Ich kannte so etwas bisher nur von den Missionarsberichten. Als wir unsere Bordkarten bekamen, bemerkten wir, dass es zwei Fensterplätze waren. Im Flieger gab es für jeden Passagier einen kostenlosen Snack und Wasser, was sonst nicht mehr üblich ist.
Gott versorgt in Zeiten, wo die Nerven blank liegen.

Erst in Frankfurt erfuhren wir durch die Medien, dass wir das Flughafengebäude gar nicht hätten betreten dürfen, weil wir kein gültiges Flugticket für die abgehenden Flüge hatten. Deshalb standen dort die Polizisten, welche uns, Gott sei Dank, nicht kontrollierten.

Wir sahen in allem Gottes Führung und seine Bewahrung. Wir haben in dieser Zeit, wo alles auseinander bricht, ein Fundament, auf das wir bauen können: Jesus Christus. Er ist unser Halt.

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